Smaragdgrünes Wunder im Verzascatal
Mit der neuen BMW R1300 GS Adventure im Verzascatal
Es gibt Tage, da passt einfach alles zusammen. Das Kribbeln in den Fingern, der volle Tank und eine Strasse, die darauf wartet, erobert zu werden.
Heute war so ein Tag. Mein Ziel für TomOnTour: Das magische Verzascatal im Tessin. Mein Begleiter: Die brandneue BMW R1300 GS Adventure.
Ich muss gestehen, ich war gespannt, wie sich das neue "Dickschiff" aus München auf den engeren Talstrassen schlagen würde. Schon beim Starten merkt man: Der neue Boxer ist präsent, aber kultivierter.
Bei leicht bewölktem Himmel startete ich Richtung Süden. Das Wetter war eigentlich perfekt zum Fahren – nicht zu warm, kein blendendes Gegenlicht, sondern dieses weiche, diffuse Licht, das die Konturen der Berge so schön hervorhebt.
Die GSA (GS Adventure) liegt satt auf der Strasse. Das Fahrwerk bügelt alles weg, und trotz ihrer Wucht lässt sie sich erstaunlich leichtfüssig in die Kurven werfen. Man thront über dem Asphalt und hat einfach das Gefühl: Mich hält heute nichts auf.
Einfahrt in eine andere Welt
Das Verzascatal (Valle Verzasca) ist nicht irgendein Tal. Es ist eine Sackgasse der Schönheit. Schon kurz nach der Einfahrt ins Tal kommt man an einem echten Stück Filmgeschichte vorbei:
Der James-Bond-Damm: Die Staumauer Contra ist gigantisch. 220 Meter hoch staut sie den Lago di Vogorno. Hier sprang Pierce Brosnan in "GoldenEye" am Bungee-Seil in die Tiefe. Wenn man davor steht (oder darauf parkt), wirkt die eigene Maschine plötzlich ganz klein.
Der James Bond-Damm
Wo Wasser auf Granit trifft
Je tiefer man ins Tal fährt, desto ursprünglicher wird es. Die Strasse schlängelt sich am Fluss entlang, und genau hier zeigt das Verzascatal sein wahres Gesicht.
Der Fluss Verzasca ist berühmt für sein smaragdgrünes Wasser. Es ist fast unwirklich, wie intensiv diese Farbe leuchtet, besonders heute. Die leichten Wolken wirkten wie ein natürlicher Filter, der das Grün des Wassers im Kontrast zum grauen Gneis-Gestein noch dramatischer machte.
Keine harten Schatten, nur pure, satte Farben.
Ein absolutes Highlight ist natürlich Lavertezzo mit der Ponte dei Salti.
Hintergrund-Info: Diese Doppelbogenbrücke aus dem 17. Jahrhundert wird oft fälschlicherweise als "Römerbrücke" bezeichnet, stammt aber aus dem Mittelalter/Neuzeit. Sie ist das Wahrzeichen des Tals und ein Meisterwerk der Steinbaukunst, das perfekt in die raue Landschaft passt.
Das Fahrgefühl im Tal
Mit der R1300 GS Adventure hier zu fahren, ist ein Genuss. Das Drehmoment im unteren Bereich zieht Dich entspannt aus den Kehren, während Du an den typischen Rustici vorbeigleitest. Diese alten Steinhäuser aus grauem Granit mit ihren schweren Steinplattendächern sind Zeugen einer harten Vergangenheit, in der das Leben hier oben alles andere als einfach war.
Heute verleihen sie dem Tal diesen unverwechselbaren, fast trutzigen Charme.
Fazit: Mehr als nur eine Testfahrt
Die Tour heute war der perfekte Beweis dafür, warum wir Motorrad fahren. Es geht um die Verbindung von Technik und Natur. Die R1300 GSA hat bewiesen, dass sie nicht nur für die Weltreise auf der Autobahn gemacht ist, sondern auch im kurvigen, teils engen Winkelwerk des Tessins Souveränität ausstrahlt.
Das Verzascatal bei leicht bewölktem Himmel? Jederzeit wieder.
Die Stimmung war fast mystisch, ruhiger als an strahlenden Sommertagen und visuell absolut beeindruckend. Und war ein schöner Auftakt zu meinem Grossprojekt "Nordkap 2026" im kommenden August.
Habt Ihr das Verzascatal schon mal auf zwei Rädern erkundet? Schreibt es mir in die Kommentare!
🏍️ TomOnTour "Fact Sheet"
Motorrad: BMW R1300 GS Adventure Trophy
Strecke: Valle Verzasca (Tessin, Schweiz)
Wetter: Leicht bewölkt (Perfektes Fotolicht!)
Must-See: Staumauer Contra, Ponte dei Salti (Lavertezzo), Dorf Sonogno (ganz am Ende des Tals).
Tipp: Fahrt früh los oder nutzt wie ich Tage mit bewölktem Wetter, um dem grossen Touristenandrang an der Brücke zu entgehen, was aufgrund der heutigen Temperaturen von 10 Grad als leer zu bezeichnen war.