🏍️ 580 Kilometer pure Freiheit

Von Luzern zum Grossen St. Bernhard und zurück!

Willkommen zurück bei TomonTour! Gestern stand eine absolute Mammut-Etappe auf dem Programm. Wenn der Gasgriff juckt und das Wetter mitspielt, gibt es für mich kein Halten mehr. Das Resultat? Satte 580 Kilometer im Sattel, unzählige Kurven und Pässe, die nicht nur landschaftlich, sondern auch historisch einiges zu bieten haben. Start und Ziel: Mein geliebtes Luzern.

Hier ist das Recap meiner gestrigen Alpentour!

🏔️ Etappe 1: Das Aufwärmprogramm über den Brünig

Früh morgens ging es in Luzern los. Die Strassen waren noch fast leer, die Luft frisch. Der erste Abschnitt führte mich über den Brünigpass und anschliessend herrlich entspannt am glitzernden See entlang durchs Berner Oberland.

Historischer Fakt am Rande: Der Brünigpass (1'008 m ü. M.) ist schon seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Verbindungen zwischen der Innerschweiz und dem Kanton Bern. Wo wir heute gemütlich unsere Kurven ziehen, quälten sich noch bis ins 19. Jahrhundert Postkutschen über holprige Saumpfade. Erst 1861 wurde die Passstrasse offiziell fertiggestellt.


🌲 Etappe 2: Durchs Gruyère-Land über den Jaunpass

Weiter ging die Reise in Richtung Simmental und dann hoch über den Jaunpass (1'509 m ü. M.). Die Strecke hier ist ein Traum für jeden Motorradfahrer – flüssige Kurven, grüne Wiesen und eine raue, charmante Landschaft, die das Herz höher schlagen lässt.

Was viele nicht wissen: Der Jaunpass hat eine spannende militärische Vergangenheit. Während des Zweiten Weltkriegs war er ein zentraler Bestandteil des Schweizer Réduits (dem nationalen Verteidigungsdispositiv). Wenn ihr beim Vorbeifahren genau hinseht, entdeckt ihr vielleicht noch getarnte Bunkeranlagen, die teils als harmlose Alphütten getarnt in den Felsen eingelassen wurden.


🐕 Das Highlight: Le Grand-Saint-Bernard

Nachdem ich das Wallis erreicht hatte, ging es an den eigentlichen Höhepunkt der Tour: den Aufstieg zum Grossen St. Bernhard (2'469 m ü. M.). Die Luft wurde spürbar dünner, die Landschaft karger und wilder. Oben anzukommen, ist jedes Mal ein erhabenes Gefühl. Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien mitten auf der Passhöhe strahlt eine unglaubliche Magie aus.

Hier atmet jeder Stein Geschichte:

  • Die Römer & Napoleon: Schon die Römer bauten hier einen Tempel zu Ehren Jupiters. Viel bekannter ist jedoch das Jahr 1800, als Napoleon Bonaparte mit seiner 40'000 Mann starken Armee mitsamt Artillerie den verschneiten Pass überquerte, um nach Italien zu gelangen – eine unglaubliche logistische Meisterleistung für die damalige Zeit.

  • Die Hunde & das Hospiz: Im 11. Jahrhundert gründete der heilige Bernhard von Menthon hier das berühmte Hospiz, um Reisende vor Räubern und dem strengen Wetter zu schützen. Und natürlich stammen von hier die berühmten Bernhardiner-Hunde (wie der legendäre „Barry“), die über Jahrhunderte von den Mönchen zur Rettung verirrter Reisender eingesetzt wurden.

🔄 Der Rückweg: Über die "Rückseite" nach Hause

Auf der anderen Seite ging es dann wieder bergab und schliesslich auf die lange, aber wunderschöne Rückreise Richtung Heimat. Nach gut 580 Kilometern auf dem Tacho bin ich am Abend wieder sicher in Luzern eingerollt.

Mein Hintern hat zwar gemeldet, dass er definitiv genug hat für heute, aber das Grinsen unter dem Helm war nach dieser epischen Tour einfach nicht wegzukriegen. Solche Tage sind der Grund, warum wir Motorrad fahren!

Fazit: Eine harte, aber extrem lohnenswerte Route. Nichts für Anfänger, wenn man sie an einem Tag durchziehen will, aber landschaftlich und historisch ein absolutes Muss.

Und wie gewohnt gibt es jetzt noch ein paar lohnende Eindrücke des Tages zusammengefasst:

Bis zur nächsten Tour, die Linke zum Gruss! ✌️ Euer Tom

Lasst mich in den Kommentaren wissen: Seid ihr den Grossen St. Bernhard schon mal gefahren? Was ist euer absoluter Lieblingspass?

Tom

Reiseblogger aus Luzern

https://www.tomontour.ch
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