Südtirol Tour 2026 (1)
Tag 1: Pässe-Marathon von Luzern ins Bündnerland
Hallo zusammen, willkommen zurück bei TomOnTour! Die Koffer sind gepackt, die Maschine schnurrt – heute fiel endlich der Startschuss für meine viertägige Südtirol-Tour. Zugleich ist diese Tour ein hervorragendes Training für mein grosses Nordkap-Abenteuer, das im August ansteht.
Los ging es heute Morgen bei mir in Luzern. Das Wetter hat mehr als mitgespielt bei heute 37 °C und die Vorfreude auf die Berge war riesig. Für den ersten Tag hatte ich mir direkt eine ordentliche Portion Höhenmeter und Kurven vorgenommen:
Ein wahres Pässe-Karussell stand auf dem Programm! Zum Aufwärmen ging es zunächst entspannt über den Brünigpass. Danach folgten direkt zwei absolute Schweizer Alpen-Klassiker: der Furkapass und der Grimselpass. Wer diese Strecken schon einmal unter den Rädern hatte, weiss genau, wovon ich spreche – eine Kehre jagt die nächste, flankiert von traumhaften Ausblicken und purem Fahrvergnügen. Den krönenden Abschluss dieser Pass-Kaskade bildete dann der Oberalppass, der mich wunderbar ins Graubünden rübergebracht hat.
Am späten Nachmittag bin ich schliesslich in der Nähe von Zernez, tief im Bündnerland, angekommen und habe meine erste Unterkunft bezogen. Nachdem ich aus den Motorradklamotten raus war, habe ich mir noch ein wenig die Beine vertreten und die Umgebung erkundet. Dabei bin ich auf eine absolut beeindruckende Betonbogenbrücke gestossen, die sich elegant und scheinbar schwerelos über die tiefe Schlucht spannt. Dieses faszinierende Bauwerk mitten in der dichten, grünen Waldlandschaft war definitiv einen Zwischenstopp und ein Foto wert!
Salginatobelbrücke
Meilenstein der Ingenieurskunst: Die Brücke wurde von dem berühmten Schweizer Bauingenieur und Pionier Robert Maillart entworfen und in den Jahren 1929 bis 1930 erbaut. Sie gilt als eines der wichtigsten Bauwerke im modernen Stahlbetonbau.
Ein echtes Weltmonument: 1991 wurde die Salginatobelbrücke von der American Society of Civil Engineers als erstes Bauwerk in der Schweiz zum „International Historic Civil Engineering Landmark“ ernannt. Damit spielt diese Brücke im Wald auf demselben historischen Level wie der Eiffelturm, der Panamakanal oder die Freiheitsstatue.
Perfekte Kraftverteilung: Dass die Brücke so elegant, filigran und fast schon schwerelos wirkt, hat einen rein funktionalen Hintergrund. Es handelt sich um einen sogenannten Dreigelenkbogen. Maillart hat das Material exakt dem Kraftverlauf angepasst, um massiv Beton und Gewicht einzusparen.
Schwindelerregende Dimensionen: Der Bogen spannt sich über 90 Meter weit und überquert die wildromantische Salginaschlucht in einer Höhe von über 90 Metern.
Ein wirklich starkes Stück Technik mitten in der rauen Bündner Natur – und definitiv ein perfekter Zwischenstopp auf einer Motorradtour!
Jetzt lasse ich den Abend gemütlich ausklingen und sammle neue Energie. Morgen steht nämlich schon Teil 2 auf dem Programm, und dann geht es endlich über die Grenze rüber nach Südtirol!
Bleibt dran, die Reise geht gerade erst los.