Das goldene Alpentrio

Auf den Spuren der Geschichte über Susten, Furka und Grimsel

Was für ein Tag! Wenn der Wecker klingelt, die Sonne bereits durch die Rollläden blitzt und der Himmel kein einziges Wölkchen zeigt, gibt es für mich nur eins: Schlüssel schnappen, Kombi an und ab aufs Bike. Heute stand eine der absolut spektakulärsten Runden der Schweiz auf dem Programm – die klassische Drei-Pässe-Fahrt, verpackt in ein Panorama, das mir jetzt noch den Atem raubt.


Der Start in Luzern: Die Ruhe vor dem Kurvenrausch

Los ging es am frühen Morgen im malerischen Luzern. Der Vierwaldstättersee lag spiegelglatt da, während ich die Stadt hinter mir liess und Kurs auf die Berge nahm. Die Vorfreude im Helm war riesig, denn das Thermometer versprach perfektes Motorradwetter: angenehm frisch im Tal, strahlender Sonnenschein für die Höhenmetern.

Erster Streich: Der Sustenpass (2'224 m ü. M.)

Vorbei am Urnersee zog es mich hinein ins Meiental. Der Sustenpass wartete. Für uns Biker ist dieser Pass ein absoluter Traum, was kein Zufall ist: Er wurde zwischen 1938 und 1946 als erste reine Touristenstrasse der Alpen konzipiert. Die Linienführung ist flüssig, die Kurven sind weit und der Asphalt schmiegt sich perfekt an die Felswände.

Geschichtlich gesehen hatte der Susten aber schon lange vorher Bedeutung. Bereits im Mittelalter nutzten Händler den alten Saumpfad für den Transport von Salz, Vieh und Seide. Oben angekommen, am Scheiteltunnel, bot sich mir ein epischer Blick auf den Steingletscher. Ein kurzer Stopp, tief durchatmen, die Bergsonne im Gesicht geniessen – und weiter geht das Abenteuer.

Zweiter Streich: Der legendäre Furkapass (2'429 m ü. M.)

Vom Berner Oberland ging es hinunter nach Andermatt und direkt hinein in die Kehren des Furkapasses, der das Kanton Uri mit dem Wallis verbindet. Je höher ich kam, desto rauer und monumentaler wurde die Landschaft.

Hier oben spürt man förmlich den Geist der Vergangenheit. Wusstest du, dass die Furka-Strasse 1867 primär aus militärstrategischen Gründen vom Bund gebaut wurde? Später, im Jahr 1964, wurde der Pass weltberühmt: Sean Connery jagte hier als James Bond in Goldfinger seinen Aston Martin DB5 durch die Haarnadelkurven. Als ich am weltbekannten, leider geschlossenen Hotel Bélvédère vorbeicruiste – direkt an der markanten Kehre nahe dem schwindenden Rhonegletscher –, fühlte ich mich selbst ein bisschen wie im Film. Das Panorama hier oben ist einfach purer Wahnsinn!

Eine legendäre Erinnerung an “Goldfinger - James Bond”

Aller guten Dinge sind drei: Der Grimselpass (2'164 m ü. M.)

Nach der rasanten Abfahrt nach Gletsch folgte sogleich der Gegenaufstieg zum Grimselpass. Die Strasse windet sich durch eine fast schon unwirkliche, von Gletschern glatt geschliffene Granitlandschaft.

Die Grimsel hat eine tief verwurzelte Geschichte als Handelsroute. Schon im 14. Jahrhundert transportierten die sogenannten "Säumer" Schweizer Käse Richtung Süden und brachten im Gegenzug Wein, Reis und Seide aus Italien mit. Heute ist der Pass das Herzstück der Schweizer Wasserkraft. Vorbei an den riesigen Stauseen, in denen sich der blaue Himmel spiegelte, ging es hoch zur Passhöhe. Die Kombination aus rauer Natur, dunklem Wasser und den mächtigen Staumauern hat etwas magisches und fast Mystisches.

Fazit: Ein Tag für die Ewigkeit

Nach unzähligen Kurven, grandiosen Tiefblicken und dem unbeschreiblichen Gefühl von Freiheit im Sattel ging es am späten Nachmittag wieder zurück Richtung Heimat. Die Reifen sind eingefahren, der Kopf ist frei und die Speicherkarte der Kamera ist voll mit Bildern, die diesen perfekten Tag kaum in Worte fassen können.

Die Schweiz hat viele schöne Ecken, aber diese Runde bei diesem Kaiserwetter? Einfach unschlagbar.

Und zum Abschluss möchte ich Euch die schönsten Impressionen des Tages als kleine Galerie beifügen.
Bis zum nächsten Ride.

Euer Tom

Tom

Reiseblogger aus Luzern

https://www.tomontour.ch
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