RoutenLust: Das grosse Finale – Kurventanz von Italien ins Berner Oberland
Heute war es leider so weit: Der letzte grosse Fahrtag meiner Italienreise stand auf dem Programm. Mit einem weinenden Auge, weil dieses grossartige Abenteuer sich dem Ende neigt, und einem lachenden Auge, weil die Bedingungen für den Abschluss einfach nicht hätten besser sein können.
Strahlender Sonnenschein und perfekte 25 Grad – das ist das Wetter, aus dem Motorradträume gemacht sind. Das Visier offen, der Fahrtwind angenehm mild und der Asphalt hatte genau die richtige Temperatur für den perfekten Grip.

Die Route: Von Lecire in die Alpen
Los ging es am Morgen im italienischen Lecire. Der Motor schnurrte beim Starten wohlig auf – fast so, als wüsste die Maschine genau, was für ein Kurvenparadies uns heute noch bevorstand.
Ich habe mich natürlich nicht für den direkten Weg entschieden. Stattdessen ging es über einige kleinere, malerische Passstrassen, die sich wie graue Bänder durch die Landschaft schlängelten, immer weiter in Richtung Heimat.
Die Highlights des Tages:
- Der Simplonpass: Was für ein Erlebnis! Es gibt wenig Schöneres, als das Motorrad auf der gut ausgebauten Straße des Simplonpasses von einer Schräglage in die nächste zu legen. Die weiten Radien und die gigantische alpine Kulisse beim Überqueren der Grenze in die Schweiz sind einfach Balsam für die Biker-Seele.

- Kandersteg: Nach dem Wallis führte mich die Route in Richtung Kandersteg. Die Landschaft wechselte spürbar ihr Gesicht – die Berge wurden schroffer, das tiefe Grün der Schweiz übernahm die Regie, und die Kurven wurden nochmal etwas knackiger.
Das Gefühl, nach hunderten Kilometern durch Italien wieder die vertraute, raue Schweizer Alpenluft zu atmen, während man am Gasgriff dreht, ist schlichtweg unbeschreiblich.
Ankunft am Fuss der Giganten
Am späten Nachmittag bin ich dann an meinem heutigen Ziel angekommen: Grindelwald. Wenn man mit dem Bike auf dieses majestätische Panorama rund um die Eigernordwand zufährt, weiss man genau, warum man jede einzelne Serpentine an diesem Tag gefahren ist. Die Kulisse hier ist einfach ein würdiger Abschluss für eine so epische Reise.

Wie geht es weiter?
Jetzt lasse ich den Abend hier im Berner Oberland gemütlich ausklingen. Die Reifen dürfen abkühlen, während ich bei einem guten Abendessen die unzähligen Eindrücke (und Kurven) der letzten Tage im Kopf noch einmal nachfahre.
Morgen steht dann nur noch die kurze Überführungsetappe zurück nach Luzern an. Dann hat mich der Alltag offiziell wieder – aber die Erinnerungen an diese Tour bleiben. Und jetzt schon freue ich mich auf die letzte Trainingstour fürs Nordkapp, die mich nach Südtirol Ende Juni/Anfang Juli führen wird.
Danke fürs Mitlesen und bis zum nächsten Abenteuer!
Euer RoutenLust-Fahrer